IQ-XXL - Beratungsstelle Hochbegabung

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Beratungsstelle Hochbegabung Saarland

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Akzeleration - Schulzeitverkürzung

(Hoch)begabte Kinder lernen oft deutlich schneller als gleichaltrige Kinder und bringen bereits vor Schuleintritt ein größeres Wissen und ein höheres Maß an Fertigkeiten mit. Deshalb ist es wichtig, die Kinder rechtzeitig einzuschulen. Das traditionelle Einschulungsalter von sechs Jahren führt zu altershomogenen, nicht aber zu entwicklungshomogenen Klassen.

Rechtzeitige Einschulung

Aus der saarländischen Zeugnis- und Versetzungsordnung geht hervor, dass Kinder zwischen 1 und 3 Jahren in der pädagogischen Einheit Klasse 1/2 verweilen können. Der Wechsel nach einem Schuljahr in Klassenstufe 3 stellt dabei eine Möglichkeit dar, der kognitiven Unterforderung eines Kindes entgegenzuwirken.

Rechtzeitige Einschulung

Das Überspringen von Klassen stellt für hoch begabte Kinder eine Möglichkeit dar, der kognitiven Unterforderung, der Langeweile und nachlassender Motivation entgegenzuwirken.

Überspringen von Klassen

Teilunterricht in höheren Klassen

Rechtzeitige Einschulung

Die Möglichkeit der vorzeitigen Einschulung ist im Saarland in § 2 des Schulpflichtgesetzes geregelt. Gegenüber früheren Zeiten wurden die gesetzlichen Bestimmungen gelockert. Danach entscheidet bei Kindern, die nach dem 1. Juli bis zum 31. Dezember eines Jahres das 6. Lebensjahr erreichen (so genannte „Kann-Kinder“) allein die Schulleitung nach einem Beratungsgespräch mit den Erziehungsberechtigten über die vorgezogene Einschulung. Darüber hinaus können nach der neuen Regelung auch Kinder eingeschult werden, die erst im darauf folgenden ersten Halbjahr sechs Jahre alt werden. In diesen Fällen muss die Schulleitung vor einer Entscheidung die Stellungnahme eines Schul- oder Amtsarztes und eines Schulpsychologen einholen.

Das saarländische Schulgesetz ermöglicht also eine kindorientierte, individuelle Handhabung des Einschulungszeitpunktes. Nach einer Statistik des Bildungsministeriums hat die Zahl der vorzeitigen Einschulungen in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Allerdings sind deutsche Schülerinnen und Schüler bei der Einschulung im Mittel mehr als ein halbes Jahr älter als die Kinder im benachbarten Frankreich. Eltern und die Erzieherinnen der Kindergärten neigen dazu, den Kindern noch ein Jahr „Schonraum“ zu gewähren, in der Hoffnung, dass das Kind dann den schulischen Anforderungen besser gewachsen ist. Allerdings führt die Unterforderung der Kinder genauso zu Schwierigkeiten wie eine Überforderung. Werden Kinder aufgrund „mangelnder sozialer Reife“ bei der Einschulung zurückgestellt, zeigen sie bei der Einschulung oft eine körperliche Überlegenheit und durch ihre bisherige kognitive Unterforderung starke Motivationsprobleme.

Flexible Verweildauer in Klassenstufe 1 und 2

Die Klassenstufen 1 und 2 bilden eine pädagogische Einheit (Schuleingangsphase). Die Schuleingangsphase wird von den Schülern/Schülerinnen in einem Zeitraum von ein bis drei Schuljahren durchlaufen. Die Klassenkonferenz entscheidet am Ende des jeweiligen Schulbesuchsjahr über den Verbleib oder das Verlassen der Schuleingangsphase. Die Erziehungsberechtigen werden zur Entscheidung der Klassenkonferenz angehört. Das frühzeitige Verlassen der Schuleingangsphase wird auf der Grundlage der bisherigen und er zu erwartenden individuellen Lern- und Leistungsentwicklung beschlossen (nach §13a ZVO-GS)

Überspringen von Klassen

Viele Lehrerinnen und Lehrer nehmen oft eine ablehnende Haltung ein, da sie das Kind noch nicht für emotional reif genug halten. Dabei besteht die Gefahr, dass schlechtes Benehmen als Zeichen von Unreife oder mangelnder Erziehung gedeutet wird. Die Kinder drücken auf diesem Weg jedoch ihre Unzufriedenheit durch andauernde Unterforderung aus. Deshalb sollten bei einer Beurteilung der emotionalen Reife auch die Eltern und ein Schulpsychologe mit einbezogen werden.

Grundvoraussetzungen für das Überspringen einer Klasse sind:

  • die Kinder „springen“ aus eigener Überzeugung,
  • ein hohes Durchhaltevermögen und eine hohe Motivation,
  • die aufnehmenden Lehrkräfte sollten dem Springen keinesfalls ablehnend gegenüberstehen und eine Probezeit von mindestens sechs Wochen, in der ein Rückspringen möglich ist, gewähren.
Es muss jedoch davor gewarnt werden, zu hohe Erwartungen an das Überspringen zu knüpfen, da (hoch)begabte Kinder womöglich schon nach kurzer Zeit wieder an der Klassenspitze stehen und sich erneut unterfordert fühlen. Für die einzelnen Schulformen gibt es in den jeweiligen Zeugnis- und Versetzungsordnungen (ZVO) entsprechende Regelungen. [Link folgt]

Teilunterricht in höheren Klassen

Wenn Kinder in einem Bereich (z. B. Mathematik) besondere Leistungen erbringen, kann es sinnvoll sein, sie am Unterricht der nächst höheren Klassenstufe teilnehmen zu lassen. Sie arbeiten dann auf dem Niveau ihrer Begabung, ohne aus dem Sozialgefüge ihrer Klassenkameraden herausgelöst zu werden. Die Kinder schreiben dabei die Leistungsüberprüfungen der jeweiligen Klassenstufe mit und erhalten hierfür ihre Zeugnisnote. Die Teilnahme an dieser Maßnahme wird im Zeugnis vermerkt.