IQ-XXL - Beratungsstelle Hochbegabung

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Beratungsstelle Hochbegabung Saarland

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Was Eltern tun können

Über (Hoch)Begabung wurde und wird viel geschrieben und geredet – leider auch außerordentlich vieles, das falsch ist, das Thema in ein falsches Licht rückt und damit zu Verunsicherung oder Vorurteilen führt.

Nicht selten wird der Eindruck vermittelt, dass eine hohe Begabung immer zugleich mit anderen „Besonderheiten“ der Person einhergeht. Zusammenhänge zwischen einer hohen intellektuellen Leistungsfähigkeit und anderen Persönlichkeitsmerkmalen, emotionalen oder sozialen Merkmalen, gibt es aber grundsätzlich nicht.

Dies darf natürlich nicht den Blick auf den Einzelfall verstellen. Einzelfälle können deutlich aus dem allgemeinen Trend herausfallen: Natürlich treten auch bei (hoch)begabte Kinder/Jugendliche Probleme auf – eben nur nicht häufiger, als bei allen anderen auch. Ebenso können Teilleistungsstörungen oder Lernschwierigkeiten parallel zu einer hohen Begabung auftreten.

(Hoch)begabte Kinder und Jugendliche sind in erster Linie ganz normale Kinder und Jugendliche. Und: Sie sind wie alle Kinder/Jugendlichen darauf angewiesen, dass man sie angemessen unterstützt und fördert/fordert. In welchem Maße es gelingt, dass ein Kind sein Potenzial ausschöpfen kann, hängt wesentlich von den Anregungen ab, die es erhält.

Für die gesunde Entwicklung (hoch)begabter Kinder/Jugendlicher gilt grundsätzlich, was für alle gilt:

  • Kinder wollen und sollten entsprechend ihren Fähigkeiten gefordert und gefördert werden. Wichtig ist dabei eine kindgerechte Förderung, die sowohl der kognitiven als auch der persönlichen Entwicklung entspricht.
    „Wichtig ist hier, nicht per se zu fördern, sondern sich bei der Förderung an den Bedürfnissen des Kindes zu orientieren. Dabei sollte das Kind in seiner gesamten Persönlichkeit, mit all seinen Schwächen und Stärken betrachtet werden. So sollte eine Förderung trotz der Orientierung an den individuellen Fähigkeiten des Kindes ganzheitlich ausgerichtet sein und auch in Bereichen wie Sport, Musik und Kunst angeboten werden.
    Für Anregungen und zur Interessensentwicklung ist die Beobachtung des Kindes eine wichtige Quelle. So können Impulse des Kindes aufgegriffen und es darin unterstützt werden, selbstständig Antworten auf seine Fragen zu finden – beispielsweise über Bücher, Zeitungen, das Internet oder Besuche von Museen. Das Kind lernt so, sich auch selbst Zugang zu Informationen zu beschaffen – eine wichtige Kompetenz für späteres selbstreguliertes Lernen.
    Pädagogen und Eltern sollten dem Kind ein aufmerksamer, herausfordernder Gesprächspartner sein, der dem Kind authentisches Interesse entgegenbringt, seine Perspektiven ernst nimmt und sensibel erweitert.
    Das Ziel einer Förderung sollte also nicht primär Wissenserwerb sein, sondern die Freude an der intellektuellen Herausforderung und – gegebenenfalls – auch die Kompensation von Defiziten. Es geht sowohl um das Fördern der Stärken als auch den Abbau individueller Schwächen.“ (http://www.fachportal-hochbegabung.de/fragen/was-ist-bei-der-foerderung-hochbegabter-kinder-zu-beachten).
    Wenn (hoch)begabte Kinder sich bereits lange vor der Einschulung z.B. für Buchstaben und Zahlen oder für philosophische Fragestellungen interessieren, reagieren Eltern darauf manchmal besorgt oder gar ablehnend, da sie der Ansicht sind, diese Themen gehören in die Schule und es könnte dem Kind schaden, sich schon früher als nötig damit zu „belasten“ oder das Kind würde sich später in der Schule langweilen. Das kann natürlich passieren. Allerdings ist ein solches „Ausbremsen“ für die weitere Entwicklung der Lernmotivation schädlich.
  • Faktoren wie Selbstvertrauen, Anerkennung durch andere, Selbstwirksamkeitserfahrung und eine positiv eingestellte soziale Umgebung sind für alle Kinder von großer Bedeutung für eine gesunde Entwicklung.
  • (Hoch)begabte Kinder erscheinen aufgrund ihres intellektuellen Vorsprungs gegenüber gleichaltrigen Kindern gelegentlich besonders vernünftig oder erwachsen. Ihre emotionalen und sozialen Bedürfnisse werden dann manchmal übersehen. Man erwartet von ihnen, dass sie sich auch erwachsen verhalten, was nicht selten altersunangemessen ist und die Kinder überfordert. Das kann zum Beispiel auch zu Schwierigkeiten bei der Definition der Eltern- und der Kinderrolle führen.

Eine sachkundige Beratung kann helfen, Ihre Fragen rund um das Thema Begabung, Förderung und Co. zu klären. Sie können sich telefonisch an uns wenden. In der Regel wird aber ein ausführlicheres persönliches Beratungsgespräch angezeigt sein. Damit sich die Berater der Beratungsstelle (Hoch)Begabung gut auf das Gespräch und ihre Fragen vorbereiten können, senden Sie uns im Vorfeld bitte beigefügten Beratungsbogen zu (LINK Beratungsbogen, Datenschutzerklärung). Im Gespräch lässt sich auch klären, ob eine Diagnostik gegebenenfalls zweckmäßig ist oder ob eine Teilnahme an Fördermaßnahmen sinnvoll erscheint. Die Beratungen unterstehen der Schweigepflicht. Sofern Kontakt zu Dritten aufgenommen werden soll (z.B. Schulpsychologen), bedarf es einer Schweigepflichtsentbindung [LINK].

Wann ist eine psychodiagnostische Untersuchung sinnvoll?

„Psychodiagnostische Untersuchungen sind dann sinnvoll, wenn in einer bestimmten Situation eine konkrete Frage beantwortet werden soll. Typische Situationen sind etwa die Möglichkeit, dass ein Kind vorzeitig eingeschult werden soll oder eine Klasse überspringen kann. Hier stellt sich die Frage, ob die intellektuelle Begabung des Kindes ausreicht, in der höheren Klasse erfolgreich mitarbeiten zu können. Oftmals werden bereits verschiedene Indizien vorliegen, wenn die Frage nach bestimmten Fördermaßnahmen aufkommt, z. B. wenn ein 5-jähriges Kind bereits lesen kann oder eine Schülerin sehr gute Schulleistungen aufweist. Dennoch ist in vielen Fällen zur Absicherung eine objektive Überprüfung der Begabung mit einem standardisierten Test sinnvoll. Manchmal ist die Situation auch weniger eindeutig, z. B. wenn ein Schüler zwar einen sehr begabten Eindruck macht, dennoch aber nur schwache Schulleistungen erbringt. In solchen Fällen ist eine sorgfältige psychologische Diagnostik besonders wertvoll, um dem Kind eine angemessene Förderung zukommen zu lassen. Verschiedene Fördereinrichtungen verlangen zudem eine durch einen Intelligenztest belegte Hochbegabung, bevor sie ein Kind aufnehmen, um eine Überforderung und dadurch resultierende Schwierigkeiten wie etwa Motivationsverluste zu verhindern (http://www.fachportal-hochbegabung.de/fragen/wann-ist-eine-psychodiagnostische-untersuchung-sinnvoll).“

Man geht davon aus, dass die mit einem Test gemessene Intelligenz erst ab dem Schulalter einigermaßen stabil bleibt. Bei jüngeren Kindern lässt sie sich sehr viel unzuverlässiger messen. Zudem kann es in diesem Alter noch zu deutlichen Verschiebungen kommen, sodass man keineswegs bei Kleinkindern aus beobachteten Besonderheiten im Verhalten zuverlässige Schlüsse auf die spätere Intelligenz oder intellektuelle Begabung ziehen kann.

Beratung

Die Beratung interessierter bzw. betroffener Eltern erfolgt telefonisch oder nach Terminvereinbarung in einem persönlichen Gespräch in der Regel in den Räumen der Beratungsstelle Hochbegabung am Technisch-Wissenschaftlichen Gymnasium in Dillingen bzw. am Standort St. Ingbert – Rentrisch oder am Standort Saarbrücken. Dabei wird in jedem Einzelfall verabredet, ob die Eltern allein oder gemeinsam mit dem Kind teilnehmen. Weiterhin kann auch die verantwortliche Lehrerin/der Lehrer und ein Vertreter des Jugendamtes oder einer anderen beteiligten Behörde eingeladen werden.

Um die Beratung möglichst optimal zu gestalten, wird darum gebeten, vorab das entsprechende Formular zur Datenerfassung auszufüllen, das als online-Formular zur Verfügung steht. Falls sich in Ausnahmefällen Probleme mit dessen Nutzung ergeben sollten, ist auch eine PDF-Datei zum Ausdrucken erhältlich, die entweder per eMail oder mit der Post an die Beratungsstelle Hochbegabung gesendet werden kann.

Die Beratungsstelle Hochbegabung versteht sich als eine pädagogische Einrichtung. Die Hochbegabtendiagnostik und psychologische Beratung gehören nicht zu ihren Aufgaben. Für diese Zwecke sind die schulpsychologischen Dienste zuständig.

Fragebogen zur Erstberatung: