IQ-XXL - Beratungsstelle Hochbegabung

IQ XXL

Beratungsstelle Hochbegabung Saarland

IQ-XXL
 


IQ- ein relativer Wert

Es ist üblich, dass intellektuelle Leistungspotential über die Intelligenz zu beschreiben.

Doch was ist Intelligenz?

Eine Mischung aus Albert Einstein und Harry Potter - das ist eine weit verbreitete Alltagsvorstellung von einem Genie, einem Hochbegabten. Solche Menschen sind neugierig, lernen schneller als Gleichaltrige, verfügen über hervorragende analytische Fähigkeiten und entwickeln eine überlegene Rhetorik.

Diese Merkmale reichen jedoch für eine eindeutige Definition des Begriffes (Hoch)begabung keineswegs aus. Bei der Vielzahl von psychologischen Modellen hat man sich darauf verständigt, Hochbegabung mit Hilfe der kognitiven Intelligenz zu definieren. Darunter versteht man die Fähigkeit, sich in neuen Situationen effektiv durch Einsicht zurecht zu finden oder Aufgaben durch Denken zu lösen. Dies wird durch das schnelle Erfassen von Beziehungen ermöglicht, nicht durch Erfahrung.

Für die kognitive Intelligenz eines Menschen gibt es kein absolutes Maß mit einem zugehörigen Messgerät, wie etwa Körpergewicht und Waage. Vielmehr ist der sogenannte Intelligenzquotient (IQ) ein relativer Wert, der durch den statistischen Vergleich der kognitiven Leistungsfähigkeit einer Gruppe ermittelt wird.

Nach allgemeiner Übereinkunft spricht man von Hochbegabung ab einem IQ-Wert von 130. Etwa 2 % eines Jahrganges besitzen ein derart hohes kognitives Potenzial. Für das Saarland bedeutet das rund 200 hoch begabte Kinder und Jugendliche pro Jahrgang. Zur Verdeutlichung: in jedem Jahrgang einer 2-zügigen Grundschule findet man statistisch verteilt ein hoch begabtes Kind.

Gaussverteilung
„Gauß'sche Glockenverteilung“

Unabhängig von der jeweiligen Bezugsgruppe wird der Mittelwert der Gruppe immer auf 100 festgelegt. Die meisten Menschen, ca. zwei Drittel der Bevölkerung (68%), erreichen einen IQ zwischen 85 und 115. Dieser Bereich wird auch als Durchschnittsbereich der Intelligenz bezeichnet.

Etwa 95 Prozent der Bevölkerung haben einen IQ zwischen 70 und 130. Extrem niedrige oder hohe IQ-Werte sind gleichermaßen selten. Jeweils rund zwei Prozent der Bevölkerung haben einen sehr niedrigen iq (unter70) oder einen sehr hohen IQ (über 130).

Zur Messung des Intelligenzquotienten werden spezielle Meßverfahren (IQ-Tests) durchgeführt. Wichtig dabei ist, dass diese nur von einem Experten (Schulpsychologe) durchgeführt werden.

Diese Standardisierung ist eine der Grundbedingungen für die Vergleichbarkeit der Testergebnisse. Aus dem Umfang der korrekten Lösungen kann dann auf den IQ geschlossen werden.

Der IQ gibt lediglich eine Disposition an, d.h. die Voraussetzung für hervorragende schulische Leistungen. Für die Umsetzung eines vorhandenen Potenzials in Leistung müssen entsprechend günstige Umfeldbedingungen gegeben sein. Ohne gezielte Förderung bleibt die (Hoch)begabung unter Umständen unentdeckt.

Ab welchem Alter kann ein Test durchgeführt werden?

Die Karg-Stiftung schreibt dazu:

„Einige Testverfahren können ab einem Alter von zwei bis drei Jahren eingesetzt werden. Je geringer des Lebensalter, desto geringer ist jedoch die Stabilität der Intelligenzmessung. Hierfür sind unter anderem rasche Entwicklungsvorgänge verantwortlich, die in jungem Alter stattfinden. Eine hohe Begabung, die in jungen Jahren festgestellt wird, kann auch ein Entwicklungsvorsprung sein, den altersgleiche Kinder später aufholen.

Ab zirka fünf Jahren lässt sich die Intelligenz zuverlässig und gültig mit Tests erfassen. Jedoch sind individuell sehr starke Schwankungen möglich. Daher sollte im Einzelfall bei sehr jungen Kindern (Vorschulalter und erste Grundschuljahre) zur Beantwortung konkreter diagnostischer Fragen nicht auf Testergebnisse zurückgegriffen werden, die älter als zirka ein Jahr sind.“

(Karg-Stiftung, Fragen und Antworten zum Thema Hochbegabung, 2014)