IQ-XXL - Beratungsstelle Hochbegabung

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Beratungsstelle Hochbegabung Saarland

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Warum Begabtenförderung?

Das Klischee vom kleinen Wunderkind, das spielend und mühelos alle schulischen Anforderungen und noch viel mehr meistert und dem alle Herzen zufliegen, ist leider nur eine Facette, wie sich (Hoch)begabung äußern kann. Von Einzelfällen abgesehen ist die Umsetzung des vorhandenen Potenzials in Höchstleistung das Ergebnis intensiver Förderung und Forderung. Wird dies versäumt, so kann das, was eigentlich als Potenzial angelegt ist, diesen Kindern zum Verhängnis werden. In einer sich verengenden Spirale von Unterforderung können sie mit Rückzug oder mit Verhaltensstörungen reagieren.

Beispiel: Kevin, 7 Jahre, IQ 146, hat so massive Verhaltensprobleme, dass er nach vielfältigen Therapien nun auf dem Weg in die Sonderschule für Erziehungshilfe ist. Rechtzeitiges Erkennen der Problematik und gezielte Förderung hätten diesen Absturz verhindern können.

Im Gegensatz zu der Gabe, die diese Kinder besitzen, ist ein solcher Leidensweg zunächst keinesfalls vorgezeichnet. Er wird jedoch beschritten, wenn (hoch)begabte Kinder ihre Fähigkeiten nicht hinreichend entfalten und ausleben können:

  • weil sie nicht erkannt werden,
  • weil ihre Umwelt mit Unverständnis, Unsicherheit oder Misstrauen auf sie reagiert,
  • weil das Vorurteil noch weit verbreitet ist, dass (hoch)Begabte ohnehin im Vorteil seien, ihnen alles in den Schoß falle und sie es auch ohne Unterstützung schaffen werden
  • oder ganz einfach: weil es in Deutschland bis vor kurzem als politisch unkorrekt galt, die Vokabeln „Hochbegabung“ oder „Elite“ zu gebrauchen.

Hochbegabung ist nicht gleich Hochleistung

Damit ein Kind eine seinem Begabungspotenzial entsprechende Leistung erbringen kann, muss es adäquat gefördert werden. Passiert das nicht, so leisten diese Kinder weniger, als sie aufgrund ihrer Fähigkeiten könnten. Nicht selten gelten sie in der Schule dann als schwierig, fallen durch ihr Verhalten auf. Zwischen ihren schulischen Leistungen und ihren intellektuellen Möglichkeiten liegen Welten.

Auswirkung des Umfelds auf die Leistungsfähigkeit

Bei herausragenden Leistungen kann auf das Vorhandensein einer hohen Begabung geschlossen werden. Umgekehrt ist es aber nicht möglich, von einer nicht gezeigten Leistung auf eine nicht vorhandene Begabung zu schließen.

Von den (hoch)Begabten wird jeder siebte bis zur Oberstufe des Gymnasium zu einem „underachiever“, d. h., die schlechten schulischen Leistungen stehen im krassen Gegensatz zum vorhandenen kognitiven Potenzial. Im Extremfall kann dies bis hin zum absoluten Schulversagen führen.

In den saarländischen Schulgesetzen wird die (Hoch)begabung nicht explizit genannt. Implizit enthalten ist sie jedoch in § 1 (1) des Schulordnungsgesetzes, wonach sich der Auftrag der Schule daraus bestimmt „...dass jeder junge Mensch ohne Rücksicht auf Herkunft oder wirtschaftliche Lage das Recht auf eine seinen Anlagen und Fähigkeiten entsprechende Erziehung, Unterrichtung und Ausbildung hat...“. Auf der Basis dieser gesetzlichen Bestimmung ergibt sich jedoch auch für hoch begabte Schüler der Anspruch auf angemessene Förderung.